Donnerstag, 19. August 2010

Zurück aus Kiel und n bisl schlauer

Moin moin,
was gibt es zu berichten?
Mein Zimmer ist ganz schön klein und ganz schön voll, aber das interessiert euch wahrscheinlich weniger.
In Kiel war es superspannend, sowohl inhaltlich, als auch von der Umgebung her und vor allem sprachlich!
Meine Vorfreude auf das, was vor mir liegt ist bereits jetzt unendlich groß!
Langsam bekomme ich auch so ein wenig einen Durchblick was so meine Aufgaben und Tätigkeiten an Bord (und an Land) sein werden.
Mal ein erster Einblick:
Von Kiel bis Teneriffa findet noch kein Unterricht statt. Dafür bin ich Teil der Bordbesatzung (in Fachsprache: vom Stamm) und muss einfach nur Wache gehen, Reinschiff machen und hab Backschaft. ???? Also alle Menschen an Bord sind in 4 Wachgruppen eingeteilt (ca 8 pro Gruppe) eine Person davon kann segeln=Wachführer manchmal gibt es auch noch einen Copi (=Wachführerassistenten), dann sind da noch ca 8 Schülerlein und einsegelunerfahrener Lehrer (z.b. ich). Man geht 2x pro Tag je 3 Std Wache. D.h. man kümmert sich um alles auf dem Schiff. Wachgruppe 1 beginnt immer um 2:00 bis 5:00 (nachts und nachmittags) Gruppe 2 5:00-8:00, Gruppe 3 8:00-11:00 und Gruppe 4 11:00-2:00.
Dann ist jede Wachgruppe 1x am Tag (wenn grad nicht Wache) mit Reinschiff beschäftigt, d.h. sie putzt einen Teil (1/4) des Schiffes.
Außerdem wird aus jeder Wache jeden Tag jeweils eine Person abgezogen (also insgesamt 4), die dann den ganzen Tag in der Kombüse (=Küche) verbringen und alle 50 Mann an Bord bekochen.
Was gibt es noch? 1 1/2 Std am Tag hat jede Wachgruppe Unterricht in nautischer Lehre.
Findet allerdings ein "All hands"-Manöver statt, z.b. das Fahren einer Halse(???) dann müssen alle an Bord und helfen, egal, was sie gerade getan haben. (Bestimmt sehr lustig, wenn du eigentlich grad mal schlafen willst!)
Welches Thema uns auf der 1. Etappe (Kiel-Teneriffa) auch sehr stark beschäftigen wird, ist das Fische füttern, auch bekannt als Seekrankheit. Das Meer muss im englichen Kanal/Ärmelkanal und im Golf von Biscaya (zwischen Frankreich und Spanien) sehr unruhig sein. Die Etappe bis Teneriffa soll die heftigste überhaupt sein, was Stürme etc angeht.
Also wenn ihr was von mir aus Teneriffa hört, wovon ich ganz fest ausgehe, dann hab ich wohl schon echt viel überstanden!
Auch wenn sich das jetzt evtl abschreckend anhört: Ja, ich platze immernoch vor Vorfreude!
Was sonst noch so meine Aufgaben sind, bekommt ihr mal wann anders zu lesen, denn für heut is Schluss!

Um eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen, hier die Frage des Tages: Warum lässt man in Norddeutschland die Begleiter vor den Namen weg? (Bsp: Süddeutsch: Ich habe mit der Kerstin ausgemacht,.... Norddeutsch: Ich habe mit Kerstin ausgemacht,... ??)

In diesem Sinne: Tschööö