Sonntag, 9. August 2015

Die Lüge vom Ende des Regenbogens



Hallo ihr sonnenverwöhnten Temperaturstöhner,
und noch schnell viele Grüße aus Melbourne, denn wir laufen bald schon wieder aus. Der Lotse soll in ca 30 Minuten an Bord kommen.
Also hier ist es echt mal kalt Leute! 15 Grad oder noch weniger! Da ist das Zwiebelschalen-Prinzip ganz hoch im Kurs bei mir und der kleine Heißlüfter in unserer Kammer neben meinen Kuschlesocken mein neuer bester Freund! Schon auf See wurde es immer kälter. Noch dazu war es oft extrem nebelig…wobei Fabi sagt wir dürfen nicht nebelig sagen, die Wolken hängen nur tief!... und das macht das irgendwie noch kälter finde ich. Außer tief hängenden Wolken hatten wir auch des Öfteren viel Wasser in der Luft…sieht total spannend aus auf so eine Regenwand zuzufahren! Naja und wenn es an backbord regnet und an steuerbord die Sonne noch scheint, dann…genau, dann hat man plötzlich einen Regenbogen! Durch einen sind wir sogar durchgefahren, der war kaum breiter als das Schiff und jetzt meine Lieben, muss ich euch bitter enttäuschen und euch alle Hoffnungen nehmen: am Ende des Regenbogens, egal welches Ende wir auch im Fernglas betrachtet haben, war kein Topf mit Gold! Frechheit, finde ich!
Abgesehen von dieser ernüchternden Entdeckung hatten wir schöne Tage von Fremantle nach Melbourne, wenn auch teilweise sehr kalt! Ich muss das vielleicht nochmal betonen: KALT!!!
Melbourne ist auch ganz nett soweit. Bin mal wieder viel rumgelatscht und hab mir einiges angeschaut. Hier in Melbourne darf man mit der city cirlce tram umsonst um den Stadtkern fahren…wobei fahren…eher rumstehen und quietschen, aber ist ganz lustig und man sieht so einiges. Da es mir gestern Abend einfach nur kalt war und die Geschäfte in Australien immer zwischen 16 und 17 Uhr schließen, bin ich auf den höchsten Turm der südlichen Hemisphäre (stand auf den Schild, glauben wir mal, ist ja viel Wasser auf der Südhalbkugel…) gefahren und hab mir Melbourne von oben bei Nacht angesehen, sah cool aus, wie ihr in den Fotos sehen könnt.
Ach ja kleine Vorwarnung noch bevor ihr die Bilder guckt: ich habe irgendwann versucht Fabi die Haare zu schneiden…ist so naja geworden, also nicht erschrecken, ich bin schuld!
Was kann man noch so berichten? Es passiert extrem viel und es sind ganz viele, tolle Eindrücke und Erlebnisse hier, ich kann das gar nicht alles so kurz beschreiben und weiß auch nicht, was euch interessiert, deswegen nur ein kleiner Überblick, aber es tut mir leid, ich bin heute irgendwie nicht so in Berichtsstimmung.
Gleich laufen wir aus, dann geht es wieder durch diese riesige Bucht, an deren Ende dann Melbourne liegt. Und es geht wieder ganz nah an der Insel vorbei, zu der ich so gerne gewollt hätte, weil da so zuckersüße Pinguine leben, die jeden Abend aus dem Meer zurückkommen und in einer Parade über den Strand zu ihren kleinen Höhlen latschen. Das war leider zu weit und nicht machbar für den kurzen Aufenthalt hier. Ich werde ihnen dann aus der Ferne zuwinken. Und dann geht es nach Adelaide, der letzten Station meiner Reise. Krass, wie die Zeit vergeht!
So jetzt muss ich leider los, gucken, dass die (Kapitän, Lotse, Fabi) da oben auf der Brücke keinen Mist bauen und wir gut rauskommen aus dem Hafenbecken hier, alles ein wenig knapp, aber keine Sorge: ich hab das im Griff….die machen das aber schon ganz gut, da können wir alle beruhigt sein, muss ich gar nimmer so viel aufpassen ;-)
Meine Lieben, ohne Australien Open Tennis, ohne Pinguine, aber mit ganz vielen tollen Eindrücken und einem Mittagessen mit Fabi in Melbourne verabschiede ich mich für heute.
Liebe Grüße auch vom Tschibmeyt (Chief-Mate, auf Pilippino, die sprechen lustiges Englisch sag ich euch), also vom Fabi halt
Ja und auch von mir
Eure
Kerstin