Dienstag, 14. Dezember 2010


Hallo Ihr Lieben!
Ganz liebe Grüße aus der Karibik, genauer von Grenada.
Ich wünsche euch allen ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr!

Hier sollte eigentlich ein Bild stehen, aber es geht grad nicht!
Seid froh, sonst müsstet ihr ein bild von einem Traumstrand angucken:-)

Eure Kerstin

Leseanleitung:


Ganz leicht: einfach von hier gaaaaaaanz weit nach unten!
Viel Spaß dabei!

Die endlosen Weiten des Atlantiks


Hallo ihr alle,
nun ist es also vollbracht, ich bin über den Atlantik gesegelt!
Ich möchte euch nun nicht damit langweilen alle Tage einzeln zu beschreiben, deswegen gibt es eine allgemeine Zusammenfassung der circa 3 Wochen oder 26 Tage, wie Desiree gerade berechnet hat (Kolumbus hat übrigens – glaub ich- 42 Tage gebraucht). Genau kann ich es auch grad gar nicht sagen, Zeit ist hier irgendwie relativ! Jedoch wahnsinnig kostbar und immer zu wenig!
Also erst einmal kurz ein paar Worte zum Wind: nach Teneriffa hatten wir anfänglich noch richtig gut Wind, so dass wir uns schon alle gefreut haben, dass wir viel zu früh ankommen werden und leider dann ganz viel am Strand liegen müssen…ja und dann ist etwas unglaubliches passiert: der Nordost- Passat ist eingeschlafen! Das ist unserem Kapitän noch nie passiert! Der Atlantik war spiegelglatt, wie tot! Unglaublich! Hm, so blieb es allerdings nicht! Aber dazu gleich mehr!
Natürlich hat das an den Temperaturen nix geändert: diese wurde unermüdlich wärmer. So dass man es unter Deck, vor allem nachts kaum noch ausgehalten hat. Was noch hinzu kommt: Daniels und meine Kammer hat kein Oberlicht, also nichts, wodurch Luft entweichen oder einströmen könnte! Trotzdem ists schön, dass man einfach den warmen Wind auf der Haut spürt.
Segeltechnisch war die Etappe eigentlich ziemlich entspannt, ab und zu gab es mal eine Halse oder wir haben mal ein Segel geborgen, um es am nächsten Tag wieder zu setzen, aber nichts wirklich Dramatisches.
Ein paar Worte zum Atlantik: es gab ja im Vornherein von vielen die Frage, ob ich nicht denke, dass 3 Wochen nur Wasser einem langweilig werden können! Und ich kann jetzt sogar mit Gewissheit behaupten: nein, niemals! Es gibt nichts schöneres, als aus der Koje zu kriechen, den Niedergang hoch Richtung Klo zu gehen, einen Blick raus zu werfen, und…das Meer zu sehen und nichts außer dem Horizont! Egal ob tagsüber während dem Unterricht oder nachts bei der Wache, ob das Wasser über Deck schwappte oder sich ruhig verhielt, ob man immer den Horizont gesehen hat oder die Wellen teilweise so hoch und lang waren, das man für Sekunden nur noch Wasser gesehen hat, ich habe es jede einzelne Sekunde genossen. Ich finde das Meer hat so etwas beruhigendes, auch wenn es 6000m tief ist! Schön war auch, dass immer wieder mal Schildkröten, Delfinschulen oder Wale vorbeigeschwommen und gesprungen sind! Dann steht das Leben an Bord kurz still und alle hängen über der Rehling und gucken nach den Tieren.
Nachts Wache zu gehen ist übrigens super: von 2 bis 5 die Sterne und Abermillionen von Sternschnuppen zu bewundern, die Ruhe zu genießen und zu wissen, man ist jetzt einfach hier, mitten im Atlantik und die kleine Welt, der eigene Kosmos, die Thor, ist einfach so friedlich und schlummert. Das waren die Stunden, in denen ich die Seele hab baumeln lassen, versucht hab, mir darüber klar zu werden, was ich hier gerade erleben, welches unverschämte Glück ich habe, hier sein zu dürfen! Aber auch um an euch daheim zu denken, was ihr gerade tut, wie es ist, dass langsam Winter wird, was wohl in der Welt passiert,… das waren einfach nur tolle Stunden, auch wenn man hundemüde ist und mir praktisch die Tiefschlafphase fehlte, da ich vor der Wache 2-3Std Schlaf hatte und danach höchstens nochmal so viel. Am schönsten ist dann übrigens im Ausguck zu stehen, d.h. du stehst an der Vorkante des Achterdecks )also da oben mit, wo in den Filmen immer der Kapitän steht) und musst Ausschau halten nach Schiffen, schlafenden Walen oder Treibgut. Meist hat man nichts gesehen, nur den Horizont. In der Zwischenzeit gehe ich auch ganz gerne Ruder, wobei die Thor mich manchmal glaub ich einfach nur ärgern mag, dann bleibt sie einfach nicht auf Kurs und ich muss ständig am Ruder kurbeln. Naja, aber wir sind ja angekommen;-)
Eine Nachtwache scheint mir allerdings doch erwähnenswert. Es ist eigentlich immer schön warm bei uns, nachts so um die 27° C und es hat nie geregnet, bis zu dieser Nacht. Ne stop, schon die Nacht zuvor hatten wir einen kleinen Schauer, aber nix großartiges. Aber in besagter Nachtwache fing es also ein wenig an zu regnen. Und dann regnete es doller und immer doller, wir waren schon alle, trotz Regenjacken nass bis auf die Haut. Egal wohin mal blickte, man sah so gut wie nix, doch dann sahen wir, dass sich vor uns eine schwarze Wand auftat, in die wir geradewegs hinein fuhren. Ja und dann hat es nochmal richtig angefangen zu regnen, man hat die Hand kaum noch vor den Augen gesehen. Ich stand zu der Zeit gerade seit 30 min am Runder (was in der Nacht einfach ging, da wir unter Motor und Segeln liefen). Eigentlich wäre unsere Wache dann zu Ende gewesen, aber die aufziehende Wache hätte es nicht alleine geschafft die Rah-Segel (quer zum Schiffsrumpf) alleine zu bergen, was dringend notwendig war, da der Wind, mit der Unwetterfront, von vorne kam und voll in die Segel blies! Also stand ich dann noch etwas länger am Runder, nämlich bis 6:30 Uhr. Insgesamt somit 2 ½ Std. Ich bin dann schnell ins Bett gekrochen, da ich bereits um 10:00 Uhr Unterricht hatte! Aus gegebenem Anlass hab ich dann in Geo „eine Front zieht durch und lässt unsere Lehrerin nicht schlafen“ gemacht! Ich war fix und fertig! Aber so ist das eben auf einem Segelschiff!
Auch ansonsten ist der Bordalltag sehr anstrengend gewesen, jede Nacht Wache, fast jeden Tag Unterricht, zwar nie mehr als 3 Std, aber trotzdem, dann noch Reinschiff, 2x die Woche Tagebücher korrigieren, Unterricht vorbereiten, Referate hören und bewerten,….
Aber wenn man dann abends an Deck sitzt und bei Sonnenuntergang auf den Horizont guckt und sein Abendessen genießt, dann weiß man, dass eben alles seinen Preis hat!
Der Unterricht lief übrigens richtig gut. Ok, man schafft natürlich nicht ganz alles, was man sich vorgenommen hat, vor allem wenn wegen Wind und Wellen ständig Unterbrechungen sind und man gegen den Wind alles ca 100 Mal schreien muss und auch einige Lektüren nun in ca 6000m tiefe auf dem Grund des Atlantiks ruhen. Es macht einfach auch tierisch Spaß mit diesen Schülern hier zu arbeiten! Nicht nur die Arbeit mit den „Kindern“ macht Spaß, einfach alles, wir sind einfach bereits eine große Familie, auch wenn es manchmal komisch ist, all das was wir täglich tun (Kloputzen, Tanzen, Lachen,…) mit seinen Schülern zu tun!
Und dann tut man eins: man stellt sich zusammen vor, wie man in der Karibik ankommt…wie es sein könnte…
Und dann rückt der Tag immer näher und die Spannung steigt…
Die ersten Vögel erscheinen am Himmel und plötzlich sieht man nachts wieder Lichter und checkt: hej, jetzt ists echt nicht mehr weit!

Hallo Karibik, hier bin ich!!!!


Und dann plötzlich ist es soweit: ich hab ca 2Std versucht bei unerträglicher Hitze zu schlafen, bis ich von Signal K (=alle bitte sofort an Deck kommen) geweckt wird und weiß: wir müssen jetzt im stockdunkeln alle Segel bergen und packen und Anker werfen, weil….wir sind da!!!
Also schnell Tewas (ich hasse sie noch immer und sie stinken!!!!), eine kurze Dreckhose, ein Dreck-T-Shirt und Klettergurt an und blitzschnell an Deck, es geht los. Dann nach Wachen sortiert an Deck aufstellen, kurze allgemeine Anweisungen und dann geht’s los: jede Wache kümmert sich um „seine“ Segel. Wir haben den Schoner, die Brahm und das Großstengestacksegel geborgen. D.h. der Wachführer sagt wer an welchen Tampen (Tauwerk an Deck an den Segeln) gehen soll und was er da zu tun hat und dann brüllt er die Befehle über Deck, du stehst da und ziehst an deinem Tampen bis der erlösende Ruf kommt, dass es nun genug ist! Es ist so geil, wenn alle zusammen helfen. Überall an Deck werden Befehle gerufen, wer nichts zu tun hat hilft, und alle zusammen bergen wir die Segel. Dazwischen lässt man den Blick kurz schweifen und sieht, dass man sich zwischen lauter kleinen Inseln sein muss, denn überall sieht man „Lichterhaufen“, aber gecheckt, hab ich es da noch nicht, dass ich jetzt da bin, in der Karibik! Auch noch nicht, als wir ankerten und fast ein Fischerboot überrollt hätten, auch nicht, als ich auf dem Baum des Schoners saß um es zu packen und gesehen habe (wegen der Decksbeleuchtung, die wir zum Arbeiten angeschaltet haben), dass das Wasser um uns türkisblau leuchtet, auch nicht als ich dann um 2:20 Uhr für ein paar Stunden ins Bett bin. Als ich zum Frühstück geweckt wurde, da wurde es mir langsam klar…ganz langsam. Ich bin an Deck…und habe vor mir eine kleine Palmeninsel gesehen…und dann…dann hätte ich gerne laut geschrien oder sonst was getan! Unglaublich, ich bin wirklich hier! Wir sind dann alle an Land geschwommen und haben die Sonne genossen, bevor es von Palm Island zur Nachbarinsel Union Island ging, wo wir zusammen Abendessen und Tanzen waren. Am Freitagmorgen dann eine Runde joggen auf Union Island, kurze Dorfbesichtigung zwischen all den fröhlichen, singenden Kariben und dann gings auch schon wieder weiter. (Ja wir haben hier Stress ohne Ende!!! Schade, die Insel war richtig schnuckelig!) 2 Std später sind wir dann vor den Tobago Cays (alle diese Inseln gehören zum Staat St. Vincent and the Grenadines) vor Anker gegangen. Das ist ein Naturschutzgebiet aus lauter kleinen Inseln, so wie man sich die Karibik leider eben echt vorstellt! Hier wurde auch Fluch der Karibik gedreht (1.Teil, als Captn Jack und Kiera Knightly ausgesetzt werden, Rum trinken und das Feuer machen). Wir durften jetzt dann die letzten 2 ½ Tage schnorcheln, auf der Insel in der Sonne liegen, wurden ans Außenriff  zum Schnorcheln und Tauchen mit den kleinen Schlauchbooten gebracht und durften jeden Abend zurück zum Schlafen auf unsere Thor. Ich sag euch, das war Stress pur. Ich hab einen halben Tag lang Schnorchel- Einweisungen gemacht und abends noch Weihnachtsmusical-Proben versucht durchzuführen. Aber es war alles richtig geil! Was man beim Schnorcheln alles gesehen hat! Unglaublich!!! Ich erzähle euch das lieber nicht im Detail! Ja und nachts, da hab ich mich zum Schlafen auf die Ladeluke gelegt, weil es unter Deck einfach zu warm ist!

Jetzt gerade setzen wir über nach Grenada, wo wir dann ab morgen Dienstag, 14.12. bis Samstag bleiben werden. Natürlich wieder mit fetten Programm, deswegen sitze ich auch jetzt um 23:30 Uhr noch in der Messe und bereite diesen Bericht vor, weil Landgang wird knapp sein auf Grenada und ich möchte auch gerne was vom Land sehen und vor allem eins: SHOPPEN!!!!
Schließlich kommt man nicht jeden Tag nach Grenada, genauer nach St. Georges, wo wir liegen werden.
So jetzt muss ich aber schlafen, um 2:00 Uhr habe ich Wache!
Bitte verzeiht mir, wenn alles ein wenig konfus ist, ich denke ich brauche noch sehr lange, um das alles, was ich gesehen und erlebt habe ordnen zu können!
In diesem Sinne eine gute Nacht ihr staubgeborenen Luftatmer (so, wie wir Seeleute euch Landratten nennen.)

Da fällt mir ein: ich hab etwas sehr wichtiges vergessen: als wir ca den 40. Längengrad überquerten kam Neptun höchstpersönlich mit seinem Gefolge an Bord und hat uns alle getauft! Eine durchaus anstrengende Prozedur, bei der ich erst mit Butte, Sägespännen, Sahne, Mehl,…übergossen und eingeschmiert wurde, dann eine eckelige Pille essen musste – alles, weil ich von meinem Leben an Land so dreckig war – anschließend wurde ich heftig abgeduscht, musste einen toten Fisch küssen und wurde somit auf den Namen: Papageienfisch getauft. Sehr lustiger, aber eckeliger Akt! Aber jetzt darf ich euch als staubgeborene Luftatmer bezeichnen und mich eine Seefrau nennen.
Eine, die einmal über den ganzen fetten Atlantik gesegelt ist und nun die Karibik erobert!
In diesem Sinne: Weg de Wacht und goode Ruh!!!!!

Kurzer Nachtrag zu gestern Nacht: ich bin also dann kurz vor 0:00 Uhr in meine Koje geklitscht (es ist noch heißer geworden und man babbt am ganzen Körper schon beim Augenzwinkern, nackt schlafen ist nicht, weil man ja von Schülern zur Wache geweckt wird!). Wurde um halb 2 geweckt, bin natürlich wieder eingeschlafen und wurde 20 vor 2 dann nochmal geweckt, zieh mir kurz ne Shorts und n T-Shirt an, geh an Deck und denke, ich seh nicht richtig, wir sind schon neben Grenada! Wir sollten eigentlich erst im Morgengrauen ankommen. Als ich dann merkte, dass wir bestimmt noch 6 Knoten unter Vollzeug laufen, da ahnte ich nichts Gutes! Und so kam es auch: wir haben zu 8(!!!!!) also nur 6 Schüler, Peter- der Wachführer - und ich bis auf eines der kleinen Vorsegel alle Segel gebrogen!!!! Ja alle! Wir waren 3 Std damit beschäftigt an irgendwelchen Tampen zu ziehen! Ich hab Muskelkater ohne Ende! Ich bin um 5 todmüde in meine Koje zurückgeflutscht und durfte bis halb 8 schlafen. Eine Schülerin hat uns fälschlicherweise versehentlich alle geweckt! Naja da konnte man den Vormittag gut nutzen zum Aufräumen etc und jetzt ist meine Ankerwache vorbei und ich gehe, zusammen mit Desiree, rein nach St. George`s.

So ihr Lieben, dann mach ich mich mal hübsch!
Drück euch tausend Mal!!!

Sonntag, 14. November 2010

Hasta luego de tenerife! Tschööö aus Teneriffa!


Hallo meine Lieben,
meine letzten Stunden auf Teneriffa schlagen gerade, nebenbei kämpfe ich mit Picasa, damit ihr auch ein paar Bilder zu sehen bekommt!
Aber erstmal eine kurze Wochenzusammenfassung:
Sonntag war ein echter Sonntag, wir hatten frei und lagen an einem Strand, der aus Sahara-Sand hier aufgeschüttet wurde, da es auf der Insel sonst nur schwarze Strände gäbe (was mir viel besser gefällt aber ok!) sonst ist Sonntag nicht viel passiert!
Montag wollte ich eigentlich morgens mal meinen Unterricht durchgehen, da am kommenden Dienstag der Unterricht beginnt, ja  es ist beim wollen geblieben, weil ich musste dann für die Thor einkaufen fahren (Lebensmittel). Nachmittag haben dann Desiree und ich für die Teide- Besteigung Milchreis für 40 Personen vorgekocht und in kleine tüten „verpackt“ und nebenbei den dänischen Soldaten gewunken, die im Hafen Anlegemanöver geübt habenJ Abends wurde dann die Teide (Vulkan)- Besteigung geplant. Also uns wurde gesagt, was wir einpacken sollen. Die Schüler mussten dann packen und in ihre Kojen, wir sind erstmal in die Stadt, Internet und Eisessen.
Das hatte zur Folge, dass wir Dienstag um 6:00 aufstehen mussten, damit wir vor der Abfahrt noch das Packen schaffen konnten. Also hab ich noch umnachtet alles in meinen kleinen Rucksack gestopft: Skiunterwäsche, Schlafsack, Schokolade, Wasser,….) er wäre fast geplatzt! Dann nach dem Frühstück gings los Richtung Vulkan. Eine Schülerin „durfte“ dann ein Referat über den Vulkan halten! Und anschließend meinte Ruth (=Projektleiterin): Kerstin wir halten jetzt dann gleich, wo man die Gesteinsschichten richtig gut sieht und du erklärst sie! Na toll1 ich hab doch davon keine Ahnung, also noch schnell im Buch nachgelesen und dann vor Ort hab ich dann die Schüler raten lassenJ und ihnen meist recht gegeben oder wenn ich doch mal was wusste noch ergänzt! Ja und dann hat uns der Bus gegen Mittag auf 2300 m ausgespuckt und wir sind los Richtung Schutzhütte, die auf 3200 m liegt. War ganz schön anstrengend und ich hab ein bisschen Höhen-Kopfweh bekommen, aber mein Fuß hat voll geil gehalten! Kurz vor Sonnenuntergang waren wir dann auf der Hütte und haben „zu Abend gegessen“. Jeder bekam ein Brötchen eine Tasse Milchreis und Gemüsebrühe, dann haben wir noch gesungen, da 2 Schüler unbedingt noch eine Gitarre mitnehmen mussten und sind um halb10 schlafen gegangen. Richtig süß waren unsere Monster im Gang der Hütte gelegen, haben eine Massageschlange gemacht und „I`m sailing“ gesungen. Ich könnte sie echt alle fressen manchmal! Das sind so tolle kinder!!! Mein Kopf hat in der Zwischenzeit ganz schön gebrummt! Hab dann auch in der Nacht ne Tablette nehmen müssen!
Dann sind wir um halb 5 aufgestanden, schnell anziehen, einen halben Liter trinken wegen der Höhenkrankheit und dann gings auf Richtung Gipfel: sah richtig lustig aus, wie wir, eine Karawane aus 40 Stirnlampen durch diese unwirkliche Vulkan-Lava-Landschaft gestiefelt sind und uns als Raupe langsam bergauf bewegt haben. Es wurde immer kälter, beim Atmen hat man gemerkt, dass man ganz schön weit über dem Meer ist und es wurde ganz langsam heller. Was total schön war, war dass wir alle ganz leise waren und ganz still hintereinander her Richtung Gipfel gingen. Man war mit sich und seinen Gedanken allein und doch nicht einsam und allein!
Dann kam langsam der Schwefelgeruch dazu. Und dann, als ich shcon fast keine Lust mehr hatte, waren wir am Gipfel! Es war sowas von kalt! Ich dachte ich erfriere, trotz Skiunterwäsche! Wir mussten dann noch 30 min warten, bis die Sonne sich hat blicken lassen! Aber dann war der Anblick einfach gigantisch und man wusste, warum man sich 2 Tage so gequält hat! Als uns die ersten Sonnenstrahlen berührten wurde es dann auch endlich wieder wärmer. Nach ca 1000 Bildern der aufgehenden Sonne und der ganzen Gruppe sind wir dann ganz gemütlich wieder abgestiegen! Das waren 2 wundervolle Tage mit so vielen schönen Bildern (in meinem Kopf)
Donnerstag hieß es dann für mich wieder früh aufstehen, ich hatte zur Abwechslung mal Backschaft: Ansage war: Kerstin du machst Fisch mit Kartoffeln und denk dran, dass Seefahrersonntag ist (so heißt der Donnerstag auf See)! Das bedeutete: zum Frühstück gabs Nutella und gekochte Eier für alle und nachmittags muss es zudem noch Kuchen geben! Ich hatte ganz ehrlich sowas von keine Lust! Aber OK, dann hab ich halt Fisch gekocht! Und siehe da. 1. Meine 3 jungs in der Backschaft haben super geholfen und 2. Der Fisch war so lecker, dass der Kapitän persönlich in die Kombüse kam um uns zu danken! Danach haben wir ncoh Bananenkuchen gemacht, auch der war in Sekunden verputzt! Abends sind wir dann vom Stamm essen gewesen, weil Ruth diesmal nicht mit über den Atlantik fährt. War sehr lecker.
Freitag haben Desiree und ich uns frei genommen und mal die schnell Santa Cruz leergeshopptJ hab mir ne Hose, Oberteile,… und Sprudelwasser gekauftJ abends waren wir, wie immer ein wenig im Internet und haben dann unsere Kinder ins Bett geschickt!
Heute Morgen war angesagt, son bisl aufräumen und Schiffsarbeiten und dann haben wir uns ein Auto gemietet und sind noch einmal um den Vulkan und an die Nordwest-Küste an einen Strand mit schwarzen Sand gefahren, war sehr viel für sehr kurze Zeit aber toll! Dann wieder arbieten auf dem Schiff in unseren Projektgruppen und jetzt hock ich in einem Cafe und schicke euch n paar Bilder und diese Zeilen. Gleich gehen wir ein Teneriffa-Abschieds-Getränk trinken zu den anderen und dann ins Bett. Bin saumüde!
Ich freu mich wahnsinnig, dass es morgen endlich wieder losgeht! Und endlich wieder gesegelt wird und wir der Karibik n Stück näher kommen!
Ihr könnt euch wahrscheinlich nur schwer vorstellen, dass man sich darüber freut in einem 60cm breiten Bett endlich nachts wieder durchgeschüttelt zu werden und jeden Nacht zur Wache aufstehen zu dürfen, zudem Unterricht zu halten wenn die Wellen über Deck schwappen und man dabei nasse Füße bekommt! Aber doch ich freu mich wahnsinnig auf 3 1/3 Wochen nur Wasser und Horizont und die Stille auf dem Meer, ohne Autogeräusche, ….!
Es ist wirklich so, wie ich dachte: ich lebe einen Traum! Auch wenn das alles hier nicht immer einfach ist und einem viel abverlangt, ich bin einfach nur glücklich hier sein zu können!!!
In diesem Sinne: ich wünsche euch einen tollen November und Anfang-Dezember (Weihnachtsschmuck für meine Kammer hab ich übrigens gestern auch gekauft) und werde euch dann wieder aus der Karibik berichten. Würde mich übrigens auch über Berichte von euch freuen!
Fühlt euch alle ganz fest gedrückt!
Hab euch lieb!!!!!
Eure Kerstin

P.S.. es gibt ein paar wenige Bilder unter Fotos. Ich komm irgendwie überhaupt nicht zum Fotografieren! Aber auf der KUS-Homepage muss es demnächst neue geben!!!